Die Geschichte des t c u ts ch c» Ba t e r l a u d e S ist »och immerzu wenig von den teutschen Bolköstämmen beachtet worden, denn wennauch für den eigentlichen Gelehrten und Geschichtsforscher manchesgründliche Werk erschienen ist, so hat es doch bisher an einer zweckmä-ßigen Darstellung gefchit, in welcher in gedrängter Kürze und in einerunterhaltenden und allgemein verständlichen Sprache das Merkwürdigsteaus derselben aufgezeichnet ist. Um so mehr verdient daher diese G e-sch i ch t c d e r T eu ts ch e n v o n I o h a n n H c i n rich V oß als eindem auf dem Titel angedeuteten doppelten Zweck entsprechender Ver-such, dem Publikum empfohlen zu werden. Leider ist noch ein großerTheil der Bewohner Teutschlands beßer mit der Geschichte fremder undlängst in dem Strom der Zeit untergegangener Völker, z. B. derGriechen und Römer bekannt, als mit der seines Vaterlandes und dienähere Bekanntschaft damit dürfte ein wirksames Mittel seyn, denG- emeingcist zu erwecken und zu beleben, weshalb man die-ser Geschichte recht viele Leser wünschen muß, die, wenn sie durch dieLektüre von Romanen, u, dgl. noch nicht gänzlich den Geschmack fürernstere Unterhaltung verloren haben, gewiß darin einen reichen Genußfür Kopf und Herz finden werden.
Johanna G r a y.
Trauerspiel in fünf Auszügen. Von G. E. A. Wählers.8. In farbigem Umschlag geheftet. Preis sonst 20 Sg., jetzt8 Egr. oder 10 Sgr. od. 36 Kr.
Referent bat dieses Stück mit vielem Interesse durchgelesen unddasselbe nicht ohne Befriedigung aus der Hand gelegt. Einer der lie-benswürdigsten Charactere, welche die Geschichte auszuweisen hat, isthier nur vieler Einsicht und psychologischer Kenntniß behandelt worden.Nur die Liebe zu ihrem Gemahle und ihren Eltern kann die Johannavermögen, die Kpone Englands anzunehmen. Kaum ist sie aber ge-krönt, so suhlt sie erst tief, welche Last sie sich aufgeladen und wiesehr sie gefehlt habe, die Krone anzunehmen. Denn das Volk, welchesihre» Schwiegervater, den Herzog Ncrdhumbcrland, haßt, kann auchsie, ungeachtet ihrer Liebenswürdigkeit, nicht lieben, da ss klar ein-sieht, daß Northumberland bloß durch sie herrschen will. Alles diesesmacht den widrigsten Eindruck auf das zartfühlende Herz der Jobanna.Dazu kömmt noch das Bewußtseyn, daß sie mit Unrecht auf denThron gestiegen, weil Maria und Elisabeth, Heinrichs VII7. Töchter,größere Ansprüche an der Krone haben, als sie. Es verbindet sich da-her mit ihrem Widerwillen zu herrschen, die Neue, und sie fühltsich höchst unglücklich, bis die Nachricht einläuft, daß Maria den Her-zog von Northumberland geschlagen babc und sich mit raschen SchrittenLondon nahe. Jetzt wirft sie die Krone und den Stern ab und dieRuhe kehrt in ihre Brust zurück, da sie der Bürde los ist, welche