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An Alle Christen, welche an das tausendjährige Reich Christi und die Zeitrechnung desselben glauben, oder nicht glauben : eine Abhandlung, veranlaßt durch die ... 1824 ersch. Auslegung d. Offenbarung Johannes, von ... Rühle v. Lilienstern zu Dillenburg
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scheint mir nicht der zu inen, welcher sein Nichtwissen ancr«kennt, sondern der, welcher zn wissen glaubt, was er nichtweiß. Laßt uns also ans unserer Mitte entfernen jenen bö-sen Knecht, der, indem er in seinem Herzen sagt: MeinHerr kommt noch lange nicht» anfangt, seine Mitkncchte zuschlagen (Matth. 24., 48.); denn dieser haßt ohne Zweifeldie Erscheinung seines Herrn. Wenn wir nun diesen auS-nchmen, stellen wir uns drei gute Knechte vor, welche demHauswesen des Herrn gewissenhaft und nüchtern vorstehen,nach der Erscheinung des Herrn sich sehnen, und sie mitWachsamkeit erwarten. Wenn der Eine von diesen glaubt,daß der Herr schneller, der Andere, daß er später kommenwerde, der Dritte aber fehle Unwissenheit in der Sache ge-sieht, so stimmen zwar diese sämmtlich mit dem Evangeliumnbercin, weil sie sämmtlich die Erscheinung des Herrn liebhaben; wir wollen aber doch sehen, wer unter ihnen ammeisten mit demselben übereinstimmt.

Der Erste spricht: Laßt uns wachen und beten, weilder Herr schnell kommen wird. Der Zweite spricht: Laßtuns wachen und beten, weil dies Leben kurz und ungewißist, wenn auch der Herr später kommen sollte. Der Drittesagt: Laßt uns wachen und beten, weil dies Leben kurz undungewiß ist, und wir die Zeit nicht wissen, wann der Herrkommen wird. Das Evangelium sagt: Sehet zu, wachetund betet, denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist.

Ich bitte dich, waS sagt der Dritte Zanders, als was wirhier das Evangelium sagen Hören? Alle wünschen zwar iuder Sehnsucht nach dem Reiche Gottes, daß das wahr sey,was der Erstere sagt, aber der Zweite läugnet dies, derDritte läugnet Keines von Beiden; aber gesteht, nicht zuwissen, wer unter ihnen die Wahrheit sage. Wenn also dasgeschieht, was der Erste vorausgesagt, so werden der Zweite -

und Dritte sich mit ihm freuen, denn sie lieben ja sämmtt