Druckschrift 
Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
765
Einzelbild herunterladen
 

765

Schwebt hin, wo die Stürme aufrühren die Fluch;Und hier, ins Gewölke gezogen ins schwarze.

Stürzt nieder im Gusse auch Tröpfchen zur See.

Nun bin ich, rief Tröpfchen, ein Theil auch des

Meeres,

Das Welten vereint, den Tapfersten schreckt!ES ward hier dem Tröpfchen fo wohl und so grost.

Es wollt' in der neuen Welt nun auch sich umseh'n;Strebt auf aus der Tiefe, die Flache zu schau'».Wo steiget des Himmels Gewölb aus den Wellen.Doch, kaum blickt es gaffend hin über den Spiegel,Als tobende Welle es schwingt nach der Tiefe,

Und weit hin es schleudert am klippige» Grund.

So bald sich's erholt von dem unsanften Stoße,Fühlt hin sich's gezogen nach Perlen des Grundes,So lieblich ausblickend aus klaffenden Schaalen.Bezaubert, den Perlen zu rollet das Tröpfchen,

Will baden in Farbenschmelz sich, in dem Schiller;Als, schlammig sich's trübet, vom Grund' her es wüthet;Das Tröpfchen muß aufwärts zum Schaume der Fluth.Und hier nun, gethürmct bald wolkenhoch auf.

Bald plätschernd geworfen an pralles Gestein,Zu Grund und zu Tag, wie in wüthendem Tanze,Wird Tröpfchen gar bange, gar traurig. Es klagt:

Ach wie so arg ist mir hier, an die Macht gebannt!Wo seyd ihr hingesloh'n. Tage der Unschuld!

Als ich bei Sonnen-Gluth schwamm in der Sphären Kühl,Und mit des AbendS Hauch' netzte der Fluren Durft!