— 693 —
Der deutschen Naturphilosophie ist, — bei al-ler nicht zu bestreitenden hohen Vorzüglichkeit ihresStrebens, und bei ihrer bewahrten Fruchtbarkeit anherrlichen Resultaten sür eine wahrhast lebendige Auf-fastung des NaturorganiöinuS, so wie für eine sin-nige Interpretation des Naturwaltcns, — nichtsdesto weniger ein Grundgebrechen vorzuwerfen: Siehatte allgemein die Beziehungen (las1'oul.s an Zanäi'g.1) ins Auge fassen sollen; indeßsie wesentlich nur einer bestimmten Are derBeziehung nachblickte, ncmlich der Beziehung derAnalogie, des ParallelismnS..
In den dramatischen Werken höherer Art, seitdem goldenen Zeitalter der dramatischen Dichtkunst,unter ^escckizckus, IRieichickes und Lo^ckoales, bisaus uns, wird beinahe immer nur einerlei Cha-raktergröße geschildert, nemlich jene des ruhigen undmuthigen Ertragens widriger Schicksale. — Wärees denn nun aber dem dramatischen Interesse, undeiner erhabene» imposanten Situation, nicht eben soangemessen, jene Art von Charaktergröße zu schil-dern, die sich, in besonderer Haltung, in Klugheitdes Betragens, in würdevoller Mäßigung, da er-probte, wo unerwartetes Glück, überschwenglicheFreude, überraschende und ungewohnte Ehrenbe-zeugungen, den Beneidetet: anseilte Höhe schwin-