eben so sonderbar müßte es erscheinen, wenn gera-delt werden wollte, daß z. V. in einer alten Erb-monarchie, der Gedanke an den Ruhin einer hoch-gefeierten Dynastie, den Busen jedes Bürgers ent-zünde, und daß hier die eigene Persönlichkeit, überder Begeisterung für ein moralisches Prinzip, ver-gessen werden könne; oder wenn getadelt werdenwollte, daß in einer alten Republik, über der nüch-ternen Tendenz nach gleich freiem aber beschranktempersönlichen Zustande, das kühne welthistorische Stre-ben nach Prapotenz an der Staatengesammtheit auf-gegeben würde; u. f. w.
Darin eben beurkundet sich des Menschen hoherStandpunkt an der Gesammtheit telluren Erschei-nens, des Menschen mikrokosmische Eminenz,daß er seine Adelsprobe auf so vielfache Weiseabzulegen vermag. Schildert die Geschichte unsnicht, so manchen Fürsten, Ruhm und Wonneum sich her verbreitend, vor dem wir ungcdemüthigt,das Knie beugen möchten? so manchen Vasallen,der, durch die Gunst seines rechtmäßigen Herrnbegeistert, dessen grandiose Plane ausführend, sichselber opfernd, zum großen Manne ward? so man-chen Republikaner, der sich und das liebste da-hin gab, damit das Gesetz und die Freiheit desEinzelnen ausrecht erhalten würden?
Es ließe sich sagen, die unbeschrankte Monar-chie sey ihrem Prinzipe nach verwerflich, da es derWürde des Menschen widerspreche, bloß als Mit-