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Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
519
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und ihn dir vortrüge, so wird dein Verstand kei-neswegs zu dessen Affirmation sich geneigt fühlen,sey dieser Satz übrigens dem Verstände in jenemFalle auch noch so einleuchtend, wo er (der Satz)im Zusammenhange mit besagtem philosophischemSysteme vom Verstände ausgefaßt wird.

Was hier vom Verstände, vom Sinne desWissenö, gesagt ward, das gilt eben so vom Sinnedes Glaubens. Wenn du die Lehre von GottesDaseyn und der Seele Unsterblichkeit gewaltsamaus dem harmonischen und innig sich knüpfendenGanzen der Glaubenslehre heraus reißest, siehiedurch zu einem, aller ihrer übrigen Mitorganedes gesammten GlaubenSorganismus beraubten, ein-zeln herauspräparircen Organe herabwürdigst, undsie nun, in ihrer Ausgeschiedenheit und AusdruckS-losigkeit, in der ihr durch Epilirung gewordenen Be-deutungslosigkeit, vor deinen nur vorwitzig fragenden,nicht gläubig vorbereiteten, Glaubenssinn bringst;wie wäre es da möglich, daß du, der Perzeptiondeines Glaub enssinncs gemäß, dich hier zu einerAffirmation geneigt fühlen solltest. Kann denndie Affirmation eines philosophischen Satzes daraushervorgehen, daß du, ohne alle transscendente,sondern bloß in roh empirischer Stimmung, ei-nem vorgetragenen philosophischen Satze impertinententgegentreten möchtest, aller jener Gemessenheit undSubtilität ermangelnd, die zum richtigen Fassen