Und ängstlich hielt ich fest der Mutter Hand.
Doch wie die Sanduhr leis und leiser rinnet,
So rann das Leben aus der Hand der Mutter; '
Auf ihrem bleichen Antlitz zuckten wechselnd
Ein Lächeln und ein Schmerz, und wie ich leise
Mich hinbog über sie, da seufzte sie
Aus tiefer Brust:' „Bring diesen Knss Znleimcn!"
Bei diesem Namen stöhnte auf Abdullah,
Wie ein zu Tod gctroffncs wildes Thier.
Die Mutter sprach nicht mehr, die kalte Hand nur
Lag in der mcinigcn, wie ein Versprechen.
Zuleima.
O Mutter, o Fatima, du hast nochBis in den Tod geliebt dein armes Kind!
Abdullah aber hat mich noch gchasst,
Als er hinabstieg in sein dunkles Haus.
A lmauso r.
Nicht mit ins Grab nahm er den Hass. Obzwar,
Wenn nur durch Zufall ihm ins Ohr geklungen
Die Namen Alh und Zuleima, so
Erwacht' in seiner Brust der Sturm, wie Wolken"
Umzog es seine Stirn, sein Auge blitzte,
Und seinem Mund entquoll Verwünschungsfluch.
Doch einst nach solchem Sturme fiel der Vater^
Ermattet und betäubt in tiefen Schlaf.
Ich stand bei ihm, ans sein Erwachen harrend.
Heine's Werke. Bd. XVI.
Der Sturm in seiner Brust, wie dunkleWolken
4) mein Vater