Aus der Vorrede zur zweiten Auflage deszweiteu Müdes der „Reiselnldcr."
Die neuen Frühlingslicdcr übergebe ich umso auspruchloscr, da ich wohl weiß, dass Deutsch-land keinen Mangel hat an dergleichen lyrischenGedichten, Außerdem ist es unmöglich, in dieserGattung etwas Besseres zu geben, als schon vonden älteren Meistern geliefert worden, namentlichvon Ludwig Uhland, der die Lieder der Minneund des Glaubens so hold und lieblich hervorge-sungcn aus den Trümmern alter Burgen und Klo-stcrhallen. Freilich, diese frommen und ritterlichenTöne, diese Nachklänge des Mittelalters, die nochunlängst in der Periode einer patriotischen Be-schränktheit von allen Seiten wiedcrhallten, ver-wehen jetzt im Lärmen der neuesten Freiheitskämpfe,im Getöse einer allgemeinen europäischen Völker-