Verbrüderung, und im schürfen Schmerzjubel jenermodernen Lieder, die keine katholische Harmonieder Gefühle erlügen wollen und vielmehr jakobinischunerbittlich die Gefühle zerschneiden, der Wahrheitwegen. Es ist interessant, zu beobachten, wie dieeine von den beiden Licderartcn je zuweilen vonder anderen die äußere Form erborgt. Noch inte-ressanter ist es, wenn in ein und demselben Dichter-herzen sich beide Arten verschmelzen.
Ich weiß nicht, ob die „Erato" des Freiherr»Franz von Gaudy und das „Skizzenbuch" vonFranz Kugler schon die gebührende Anerkennunggefunden; beide Büchlein, die erst jüngst erschienen,haben mich so innig angesprochen, dass ich sie injedem Fall ganz besonders rühmen muss.
Ich würde mich vielleicht noch weitläufig überdeutsche Dichter aussprechen, aber einige andereZeitgenossen, die jetzt damit beschäftigt sind, dieFreiheit und Gleichheit in Europa zu begründen,nehmen zu sehr meine Aufmerksamkeit in Anspruch.
Paris, den 2V. Juni 1831.
Heinrich Heine.