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6.
Die Götter Griechenlands."
Vollblühcndcr Mond! In deinem Licht,Wie fließendes Gold, erglänzt das Meer;Wie Tagcsklarhcit/ doch dämmrig verzaubert,
Liegt's über der weiten Strandesflächc;
Und am hellblau'», sternlosen HimmelSchweben die weißen Wolken,
Wie kolossale GötterbilderVon leuchtendem Marmor.
Nein, nimmermehr, Das sind keine Wolken!Das sind sie selber, die Götter von Hellas,
Die einst so freudig die Welt beherrschten,
Doch jetzt, verdrängt und verstorben,
Als ungeheure Gespenster dahinziehnAm mitternächtlichen Himmel.
Staunend und seltsam geblendet, bctracht' ichDas luftige Pantheon,
Die feierlich stummen, graunhaft bewegtenRiesengestalten.
Der dort ist Kronion, der Himmclskönig,
Schneeweiß sind die Locken des Haupts,Die berühmten, Olympos-erschiitterndcn Locken;
") Zuerst abgedruckt im Berliner „Konversations-Blatt," Nr. 64, vom 30. März 1827.