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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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Und es zuckcn hindurch die Blitze des Wahnsinns,

Und du prahlst vor Schmerzen!

O Thor, du Thor, du Prahlender Thor!

Halsstarrig bist du wie dein Ahnherr,

Der hohe Titane, der himmlisches Feuer

Den Göttern stahl und den Menschen gab,

Und Gcier-geqnälct, Felsen-gcfessclt,

Olymp-auf trotzte und trotzte und stöhnte,

Dass wir es hörten im tiefen Meer,

Und zu ihm kamen mit Trostgesang.

O Thor, du Thor, du prahlender Thor!

Du aber bist ohnmächtiger noch,

Und es wäre vernünftig, du ehrtest die Götter,

Und trügest geduldig die Last des Elends,

Und trügest geduldig so lange, so lange,

Bis Atlas selbst die Geduld verliert,

Und die schwere Welt von den Schultern abwirft

In die ewige Nacht."

So scholl der Gesang der Okcanidcn,Der schönen, mitleidigen Wasscrfrann,

Bis lautere Wogen ihn übcrrauschtcn —

Hinter die Wolken zog sich der Mond,

Es gähnte die Nacht,

Und ich saß noch lauge im Dunkeln und weinte.