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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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Könntest du durchschau» dies HerzeUnd sein innerstes Gefühl!

Dann erst sähst du: es sa gransamFortzustoßen, war zu Viel.

Mag sein, dass die Welt dich preise,Und die That mit Freuden seh',Muss nicht selbst ein Lob dich kränken,Das erkauft mit fremdem Weh?

Mag sein, dass viel Schuld ich trage;War kein andrer Arm im Land,

Mir die Todeswund' zu schlagen,Als der einst mich lieb umwand?

Dennoch täusche dich nicht selber,Langsam welkt die Liebe bloß,

Und man reißt so raschen BruchesNicht ein Herz vom Herzen los.

Immer soll dein Herz noch schlagen,Meins auch, blut' es noch so sehr;Immer lebt der Schmerzgedankc:

Wieder sehn wir uns nicht mehr!?

Solche Worte schmerzen bittrer,Als wenn man um Todte klagt;

Jeder Morgen soll uns findenIm verwittwet' Bett erwacht.

Suchst du Trost, wcun's erste LallenUnsres Mägdleins dich begrüßt:

Willst du lehrenVater" rufenSie, die Vaters Huld vermisst?