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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
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Und lächelnd süß ein Myrtcnrcis sie pflückteVom Myrtcnstranche, der am Fenster stund:

„Nimm hin und Pflanz dies Reis in frischen Grund,Und stell ein Glas darauf," sprach sie und nickte. —Schon lang ist's her. Es starb das Reis im Topf.Sie selbst Hab' ich seit Jahren nicht gesehn;

Doch brennt der Kuss mir immer noch im Kopf,

Und aus der Ferne trieb's mich jüngst zum Ort,Wo Liebchen wohnt. Vorm Hanse blieb ich stchnDie ganze Nacht, ging erst am Morgen fort.

Hüt dich, mein Freund, vor grimmen Tenfelsfratzcn,Doch schlimmer sind die sanften Engclsfrützchcn.Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen,

Doch wie ich kam, da fühlt' ich scharfe Tatzen.

Hut dich, mein Freund, vor schwarzen alten Katzen,Doch schlimmer sind die weißen jungen Kätzchen;Ein solches macht' ich einst zu meinem Schätzchcn,

Doch thät mein Schätzchen mir das Herz zerkratzen.

O süßes Frätzchen, wnndcrsüßcs Mädchen!Wie konnte mich dein klares Äuglein täuschen?Wie könnt' dein Pfätchcn mir das Herz zerfleischen?

O meines Kätzchens wundcrzartcs Pfätchcn!

Könnt' ich dich an die glühndcn Lippen Pressen,Und könnt' mein Herz verbluten unterdessen!