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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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Hörst du, wie mir im Kopf das Märchen klinget?Und wie das Liedchen summet ernst und schaurig?Und wie das Mägdlein kichert, leise, leise?

Ich fürchte nur, dass mir der Kopf zerspringet, —Und ach! da wär's doch gar entsetzlich traurig,Kam' der Verstand mir aus dem alten Gleise.

5.

In stiller, wchmnthwcichcr AbendstundeUmklingcn mich die längst vcrschollncn Lieder,Und Thräncn fließen von der Wange nieder,

Und Blut entquillt der alten Herzenswundc.

Und wie in eines Zauberspiegels GrundeSeh' ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;

Sie sitzt am Arbeitstisch, im rothen Mieder,

Und Stille herrscht in ihrer set'gcn' Runde.

Da^ Plötzlich springt sie auf vom Stuhl, und schneidetVon ihrem Haupt die schönste aller Locken,

Und giebt sie mir, — vor Freud' bin ich erschrocken.

Mephisto" hat die Freude mir verleidet,

Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,

Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.

6.

„Als ich vor einem Jahr dich wiederblickte,Knsstcst du mich nicht in der Willkommstnnd'."So sprach ich, und der Liebsten rothcr MundDen schönsten Kuss auf meine Lippen drückte.

Doch'

Mir keinen Zluss in jener Willkomm-stund'." U. ä. Ii. 1. Aufl.