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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
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ich habe ein Recht, müde zu sein . . . Und dannmnss Jeder dem Gesetze der Zeit gehorchen, ermag wollen oder nicht . . .

Und scheint die Sonne noch so schön,

Am Ende mnss sie untcrgehn!

Die Melodie dieser Verse summt mir schonden ganzen Morgen im Kopfe und klingt vielleichtwieder aus Allem, was ich so eben geschrieben. Ineinem Stücke von Raimund, dem wackcrn Komiker,der sich unlängst aus Melancholie todtgeschosscn,erscheinen Jugend und Alter als allegorische Per-sonen, und das Lied, welches die Jugend singt,wenn sie von dem Helden Abschied nimmt, beginntmit den erwähnten Versen. Vor vielen Jahren, inMünchen, sah ich dieses Stück; ich glaube, cS heißt:Der Bauer als Millionär." Sobald die Jugendabgeht, sieht man, wie die Person des Helden, derallein auf der Sccnc zurückbleibt, eine sonderbareVeränderung erleidet. Sein braunes Haar wirdallmählich grau und endlich schneeweiß; sein Rückenkrümmt sich, seine Knice schlottern; an die Stelledes vorigen Ungestüms tritt eine weinerliche Weich-heit . . . das Alter erscheint.

Naht diese winterliche Gestalt auch schon demVerfasser dieser Blätter? Gewahrst du schon, theu-