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rcr Leser, eine ähnliche Umwandlung an dem Schrift-steller, der immer jugendlich, fast allzu jugendlich,in der Literatur sich bewegte? Es ist ein betrü-bender Anblick, wenn ein Schriftsteller vor unserenAugen, Angesichts des ganzen Publikums, allmäh-lich alt wird. Wir haben'S gesehen, nicht bei Wolf-gang Goethe, dem ewigen Jüngling, aber bei Au-gust Wilhelm von Schlegel, dem bejahrten Gecken;wir Haben'S gesehen, nicht bei Adalbert Chamisso,der mit jedem Jahre sich blüthenrcichcr verjüngt,aber wir sahen es bei Herrn Ludwig Tieck, demehemaligen romantischen Strohmian, der jetzt einalter räudiger Muntschc geworden . . . O, ihr Göt-ter! ich bitte euch nicht, mir die Jugend zu lassen,aber lasst mir die Tugenden der Jugend, den un-eigennützigen Groll, die uneigennützige Thräne!Lasst mich nicht ein alter Polterer werden, deraus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder einmatter Jammcrmcnsch, der über die gute alte Zeitbeständig flennt . . . Lasst mich ein Greis werden,der die Jugend liebt und trotz der Altcrschwächcnoch immer Thcil nimmt an ihren Spielen undGefahren! Mag immerhin meine Stimme zitternund beben, wenn nur der Sinn meiner Worte un-erschrocken und frisch bleibt!