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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
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Ense gewidmet, und ich darf mich rühmen, derErste gewesen zu sein, der diese große Frau mitöffentlicher Huldigung verehrte. Es war eine großeThat von August Varnhagcn, dass er, alles klein-liche Bedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte,worin sich Rahel mit ihrer ganzen Persönlichkeitoffenbart. Dieses Buch kam zur rechten Zeit, woes eben am besten wirken, stärken und tröstenkonnte. Das Buch kani znr trostbedürftig rechtenZeit. Es ist, als ob die Rahel wnsstc, welche post-humc Sendung ihr beschicken war. Sic glaubtefreilich, es würde besser werden, und wartete; dochals das Warten kein Ende nahm, schüttelte sie un-geduldig den Kopf, sah Varnhagcn an, und starbschnell um desto schneller auferstehen zu können.Sic mahnt mich an die Sage jener anderen Rahel,die aus dem Grabe hcrvorstieg und an der Land-straße stand und weinte, als ihre Kinder in dieGefangenschaft zogen.

Ich kann ihrer nicht ohne Wchmuth gedenken,der liebreichen Freundin, die mir immer die uner-müdlichste Thcilnahmc widmete und sich oft nichtwenig für mich ängstigte in jener Zeit meiner ju-gendlichen Übcrmüthen, in jener Zeit, als die Flammeder Wahrheit mich mehr erhitzte, als erleuchtete...