Druckschrift 
8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

224 —

Kamarilla so gar vornehm und adclstolz ans ihn,den armen Bürgcrkönig, herabsehe.

Ich kann nicht umhin, hier zu erwähnen, dassman niemals an Ludwig Philipp den Grand Seig-ncur merkt, und dass in der That das französischeVolk keinen bürgerlicheren Mann zum Könige wäh-len konnte. Eben so Wenig liegt ihm daran, einlegitimer König zu sein, und, wie man sagt, dieGuizot'sche Erfindung der Quasilegitimität war garnicht nach seinem Geschmack. Er beneidet Heinrich V.nicht im mindesten ob des Vorzugs der Legitimität,und ist durchaus nicht geneigt, desshalb mit ihmzu unterhandeln oder gar ihm Geld dafür zu bie-ten; aber Ludwig Philipp ist nun einmal der Mei-nung, dass er das Bürgcrkönigthum erfunden habe,er hat ein Patent auf diese Erfindung bekommen;er verdient damit jährlich achtzehn Millionen, eineSumme, die das Einkommen der Pariser Spielhäuserfast übertrifft, und er möchte solch einträgliches Ge-schäft als ein Monopol für sich und seine Nachkom-men behalten. Schon im vorigen Artikel habe ichangedeutet, wie die Erhaltung jenes Königmonopolsdem Ludwig Philipp über Alles am Herzen liegt,und wie, in Berücksichtigung solcher menschlichenDenkweise, seine Usurpation der Präsidcntnr imKonseil zu entschuldigen ist. Noch immer hat er