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8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
Seite
170
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Ich rcde von der Cholera, die seitdem hierherrscht, und zwar unumschränkt, und die ohneRücksicht auf Stand und Gesinnung tauscndwciseihre Opfer niederwirft.

Mau hatte jener Pestilenz um so sorgloserentgegen gesehen, da ans London die Nachrichtangelangt war, dass sie verhältnismäßig nur We-nige hingerafft. Es schien anfänglich sogar darausabgesehen zu sein, sie zu verhöhnen, und man meinte,die Cholera werde eben so wenig wie jede anderegroße Reputation sich hier in Ansehen erhaltenkönnen. Da war es nun der guten Cholera nichtzu verdenken, dass sie aus Furcht vor dein Ridikülzu einem Mittel griff, welches schon Robcspicrreund Napoleon als probat befunden, dass sie nämlich,um sich in Respekt zu setzen, das Volk dccimicrt.Bei dem großen Elende, das hier herrscht, bei derkolossalen Unsaubcrkeit, die nicht bloß bei den är-mern Klassen zu finden ist, bei der Reizbarkeit desVolks überhaupt, bei seinem grenzenlosen Leichtsinne,bei dem gänzlichen Mangel an Vorkehrungen undVorsichtsmaßregeln, muffte die Cholera hier rascherund furchtbarer als anderswo um sich greifen. IhreAnkunft war den 29. März officicll bekannt gemachtworden, und da Dieses der Tag der Ni-oarsrnsund das Wetter sonnig und lieblich war, so tum-