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8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
Seite
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inelten sich die Pariser um so lustiger auf denBoulevards, wo man sogar Masken erblickte, diein karikierter Missfarbigkcit und Ungcstalt dieFurcht vor der Cholera und die Krankheit selbstverspotteten. Desselben Abends waren die Rcdoutcnbesuchter als jemals; übcrmüthigcs Gelächter übcr-janchzte fast die lauteste Musik, man erhitzte sichbeim Chahut, einem nicht sehr zweideutigen Tanze,man schluckte dabei allerlei Eis und sonstig kaltesGctrinkc als plötzlich der lustigste der Arlequineeine allzu große Kühle in den Beinen verspürte,und die Maske abnahm, und zu aller Welt Ver-wunderung ein veilchenblaues Gesicht zum Vor-scheine kam. Man merkte bald, dass Solches keinSpaß sei, und das Gelächter verstummte, undmehrere Wagen voll Menschen fuhr man von derRcdoute gleich nach dem HOtel-Dicu, dem Central-hospitale, wo sie, in ihren abenteuerlichen Maskcn-klcidcrn anlangend, gleich verschieden. Da man inder ersten Bestürzung an Ansteckung glaubte, unddie ältcrn Gäste des Hötcl-Dicu ein grässlichcsAngstgcschrei erhoben, so sind jene Todtcn, wieman sagt, so schnell beerdigt worden, dass manihnen nicht einmal die buntscheckigen Narrenkleiderauszog, und lustig, wie sie gelebt haben, liegen sieauch lustig im Grabe.