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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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vor, die stolzesten Geister schwören zu ihrer Fahne,täglich werden Ungläubige bekehrt und getauft —aber dies viele Wasscraufgießen macht die Suppenicht fetter, und die neuen Rekruten der Staats-religion gleichen den Soldaten, die Falstasf gewor-ben — sie füllen die Kirche. Von Aufopferung istgar nicht mehr die Rede, wie Kaufmannsdiencrmit ihren Musterkartcn, so reisen die Missionäremit ihren Traktätchen und Bekehrungsbüchlein, esist keine Gefahr mehr bei diesem Geschäfte, undes bewegt sich ganz in merkantilisch ökonomischenFormen.

Nur so lange die Religionen mit anderen zurivalisieren haben, und weit mehr verfolgt werdenals selbst verfolgen, sind sie herrlich und ehrcnwerth,nur da gicbt's Begeisterung, Aufopferung, Mär-tyrer und Palmen. Wie schön, wie heilig lieblich,wie heimlich süß war das Christcnthum der erstenJahrhunderte, als es selbst noch seinem göttlichenStifter glich im Heldcnthum des Leidens. Dawar's noch die schöne Legende von einem heim-lichen Gotte, der in sanfter Zünglingsgestalt unterden Palmen Palästina's wandelte und Menschen-liebe predigte, und jene Freiheit- und Glcichheits-lehre offenbarte, die auch später die Vernunft dergrößten Denker als wahr erkannt hat, und die,