zu stehenden Charakteren des Volkshumors in Sa-tiren, Liedern und Novellen. Ähnliche Erscheinungenzeigen sich uns überall, wo ein ähnlicher Priester-stand vorhanden ist, z. B. in Hindostan. In denKomödien dieses nrfrommcn Landes, wie wir schonin der Sakontala bemerkt und in der neulich über-setzten Vasantasena bestätigt finden, spielt immerein Brahmine die komische Rolle, so zu sagen denPriestergracioso, ohne dass dadurch die Ehrfurcht,die man seinen Opferverrichtungen und seiner pri-vilegierten Heiligkeit schuldig ist, im mindesten be-einträchtigt wird, — eben so wenig wie ein Jta-liäner mit minderer Andacht bei einem PriesterMesse hört oder beichtet, den er noch Tags zuvorbetrunken im Straßenkothe gefunden hat. InDeutschland ist Das anders, der katholische Prie-ster will da nicht bloß seine Würde durch seinAmt, sondern auch sein Amt durch seine Personrepräsentieren; und weil er es vielleicht Anfangsmit seinem Berufe wirklich ganz ernsthaft gemeinthat, und er nachher, wenn seine Keuschhcits- undDemuthsgelübde etwas mit dem alten Adam kolli-dieren, sie dennoch nicht öffentlich verletzen will,besonders auch, weil er unserem Freunde Krug inLeipzig keine Blöße geben will, so sucht er wenig-stens den Schein eines heiligen Wandels zu bewah-
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