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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
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tischen Pfaffen schreibe — gegen den Mann willich nicht schreiben." —

Um gegen die katholischen Pfaffen zu schrei-ben, muss man auch ihre Gesichter kennen. DieOriginalgesichter sieht man aber nur in Italien.Die deutschen katholischen Priester und Mönchesind bloß schlechte Nachahmungen, oft sogar Paro-dien der italiänischcn; eine Verglcichung derselbenwürde ebenso ausfallen, als wenn man römischeoder florentinische Heiligenbilder vergleichen wolltemit jenen heuschrecklichen, frommen Fratzen, dieetwa dem spießbürgerlichen Pinsel eines Nüren-berger Stadtmalers, oder gar der lieben Einfalteines Gcmüthsbeslissencn aus der langhaarig christ-lich nendcutschcn Schule ihr trauriges Daseinverdanken.

Die Pfaffen in Italien haben sich schon längstmit der öffentlichen Meinung abgefunden, das Volkdort ist längst daran gewöhnt, die geistliche Würdevon der unwürdigen Person zu unterscheiden, jenezu ehren, wenn auch diese verächtlich ist. Eben derKontrast, den die idealen Pflichten und Ansprüchedes geistlichen Standes und die nnabwcislichenBedürfnisse der sinnlichen Natur bilden müssen,jener uralte, ewige Konflikt zwischen dem Geisteund der Materie, macht die italiänischcn Pfaffen