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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
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Silbe zu erschrecken. Diese Angst lässt bei ihmkeine eignen Nciturlautc aufkommen, sie verdammtihn, die Gefühle anderer Dichter, gleichsam alsuntadelhaftcn, vorgefundenen Stoff, metrisch zu be-arbeiten, und nöthigenfallS zur Vermummung seinereignen Gefühle zu gebrauchen. Unrecht geschiehtihm vielleicht, wenn man, solche unglückliche Lageverkennend, behauptet hat, dass der Graf Platenauch in der Poesie sich als Graf zeigen und aufAdel halten wolle, und uns daher nur Gefühle vonbekannter Familie, Gefühle, die schon ihre 64 Ahnenhaben, vorführe. Lebte er in der Zeit des römi-schen PythagoraS, so würde er vielleicht seine eig-nen Gefühle freier hervortreten lassen, und er würdevielleicht für einen Dichter gelten. Es würden dannwenigstens die Naturlaute in seinen lyrischen Ge-dichten nicht vermisst werden — doch der Mangelan Gestalten in seinen Dramen würde noch immerbleiben, so lange sich nicht auch seine sinnlicheNatur veränderte, und er gleichsam ein Andererwürde. Die Gestalten, die ich meine, sind nämlichjene selbständigen Geschöpfe, die ans dem schaf-fenden Dichtergeiste, wie Pallas Athene aus demHaupte Kronion'S, vollendet und gerüstet hervor-treten, lebendige Traumwescn, deren mystische Ge-burt, mehr als man glaubt, in wundersam bedin-

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