gilt. Wir sprechen nicht gern, wenn Sprechen unsreProfession ist. Er diente der Signora als einstummer Ritter, und nur dann und wann mussteer das Gedicht recitiercn, das er ihr vor fünfund-, zwanzig Jahren aufs Theater geworfen, als siezuerst in Bologna in der Rolle der Ariadne auf-trat. Er selbst mag zu jener Zeit wohlbelaubt undglühend gewesen sein, vielleicht ähnlich dem heiligenDionysos selbst, und seine Lütizia-Ariadne stürzteihm gewiss bacchantisch in die blühenden Arme —Evoe Bacche! Er dichtete damals noch viele Liebes-gedichtc, die, wie schon erwähnt, sich in der ita-liänischen Literatur erhalten haben, nachdem derDichter und die Geliebte selbst schon längst zuMakulatur geworden.
Fünfundzwanzig Jahre hat sich seine Treuebereits bewährt, und ich denke, er wird auch bisan sein seliges Ende auf dem Schemel sitzen, undans Verlangen seine Verse recitiercn oder den Spuck-napf reichen. Der Professor der Jurisprudenzschleppt sich fast eben so lange schon in den Liebes-fesscln der Signora, er macht ihr noch immer soeifrig die Kour wie im Anfang dieses Jahrhunderts,er muss noch immer seine akademischen Vorlesungenunbarmherzig vertagen, wenn sie seine Begleitungnach irgend einem Orte verlangt, und er ist noch