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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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in Euch setzten. Eingedenk Eurer hohen Bestimmung habt Ihrden alten errungenen Ruhm zu rechtfertigen gemußt und einen soschweren Kampf in so wenig Tagen beendigt. Ihr seid der NamenPreußen, Deutsche, Werth. Nehmt meinen Dank, Kameraden,für den Much, für die Ausdauer, für die Tapferkeit, die Ihr bewie-sen und womit Ihr die so herrufen und großen Erfolge in so kur-zer Zeit erkämpft habt. Der Dank Eurer Mitbürger wird Euchbei der Rückkehr empfangen, und indem Ihr die verdiente Ruhegenießt, wird Euch das Vaterland zu neuen Thaten bereit finden,sobald es Eures Armes bedarf!«

Auf der Rückreife von Frankreich kam Blücher in den erstenTagen des Monats Januar Ü8I6 wieder auf das preußische Ge-biet. Auf der Grenze desselben hatte sich das Landvolk der Gegendzusammen gefunden, um ihn zu sehen. Man wollte ihm auch diePferde ausspannen, was er jedoch nicht zugab, obgleich die Liebedieser einfachen Leute ihn rührte und erheiterte. Er redete ganztraulich mit ihnen, auch wohl scherzend, und sagte z.B. zu denhübschen Bauerdirnen, welche seinen Wagen umstanden: die unterseinem Befehl im Kriege gewesenen wackern Burschen dieser Ge-gend würden nun bald zurückkommen und da solle jede vonihnen einen hübschen Mann haben. Seine Laune verflog aberbald vor all den lästigen Ehrenbezeigungen und Zudringlichkeiten,die kein Ende nehmen wollten. Verdrießlich und müde kam erAbends in Halberstadt an, sich sehnend nach Ruhe. Als nun hier,vor seiner Wohnung, des Volkes Freudengeschrei unablässig er-tönte, trat er an's Fenster, um die Leute zu bitten, ihm alten kran-ken Mann doch endlich einige Ruhe zu gönnen. Bei seinem An-blick aber mehrte sich das Händeklatschen, das Hurrah - und Vivat-rufen so sehr, daß seine Worte ungehört verhallten; auch seine Be-mühungen, durch Winke sich verstandlich zu machen und dieSchreienden zum Schweigen zu bringen, waren vergeblich: beijeder Bewegung, die er machte, geriet!) das jubelnde Volk außer sichvor Entzücken. Da riß dem müden Greise endlich die Geduld:»Nun, so mögt Ihr mich Alle !« rief er laut, und warf, in-dem er sich umdrehete, klirrend das Fenster zu. Die Menge jedochverstand auch dieß nicht, obgleich es allerdings deutsch war, undtobte fort, bis ein Adjutant heraustrat und des Fürsten dringendenWunsch, jetzt der Ruhe zu genießen, verkündete. Auch am näch-sten Morgen, bei der Abreise, war das Gedränge um den Wagen sogroß, daß die Postillone erst auf Blücher's wiederholten Befehl: