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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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gewiß. Buonaparte glaubte schon Sieger zu sein, und schickte umdrei Uhr Nachmittags Siegesboten nach Paris. Und immer grö-ßer ward die Noch, und noch kam nicht die ersehnte Hülfe. »Ichwollte, es wäre Nacht,« rief Wellington, »oder die Preußen kamen.«Jetzt war er in derselben Lage, wie Blücher zwei Tage vorher beiLigny. Da donnerten auf dem linken Flügel die ersten preußischenKanonen und die Englander faßten neuen Much.

Von Bülow's Heerhausen war die vorderste Spitze durch dieEngpasse bei St. Lambert gedrungen. Ohne Ruhe und Erholungzu verstatten, rief Blücher, der die große Noch des englischen Hee-res erkannte, den braven Pommern, seinen Lieblingen, zu: »Vor-wärts! Jungens! Vorwärts!« Er ließ schnell angreifen,um einen Theil der französischen Macht von Wellington ab undauf sich zu ziehen. Napoleon schickte sein im Rückhalt befindlicheserstes Corps unter Mouton und Il),UW junge Garden den Preu-ßen entgegen. Jetzt entwickelte sich ein heftiger Kampf, der immerweiter sich ausdehnte, je mehr Preußen auf das Schlachtfeld anka-men und Antheil nahmen.

In diesem heftigen Getümmel wird dem Fürsten Blücher dieNachricht gebracht, daß seine dritte Heerabtheilung des Thielemann,etwa 15,WO Mann stark, schon um 3 Uhr von den 5l),vvv Manndes Grouchy angefallen wäre, daß Wavre brenne, und daß allerAnstrengung ungeachtet sich die Preußen nicht halten könnten, wo-fern nicht Unterstützung käme. »Thielemann muß sich weh-ren, so gut er kann,« antwortete Blücher; »nicht hinter-wärts bei Wavre, son dern vor uns b ei Mont St. Jeanliegt die Entscheidung des Tages. Erst muß Buvkzm-parte vernichtet sein, dann soll bei Wavre geholfeckwerde n.« Und vorwärts zogen die Preußen; denn die Franzosenwollten nicht weichen, sondern kämpften mit großer Wuth. Blü-cher ritt an die gefährlichsten Orte und ermunterte die Preußenzum Angriff oder zur Ausdauer. Dem ersten Bataillon des er-sten schlesischen Regiments, das schon alle Anführer verloren hatte,rief er zu: »Kinder, Euch kenne ich, Ihr bewahrt mir diese wichtigeStelle! Habt nur Geduld, bald kommt Hülfe, und dann wollenwir die Franzosen heule von hinten besehen.«

Um sieben Uhr ist der größte Theil des preußischen Heeres an-gekommen, und Wellington kann nun von seinem linken Flügelbedeutende Streitkräfte ziehen und damit den beinahe zertrümmer-ten Mittelpunkt unterstützen. Gegen diesen richtete Buonapartezuletzt noch einen furchtbaren Angriff mit seinen Garden, der aber