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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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vor der Schlacht bei Ligny verlassen hatte, unserm Feldmarschallvorgestellt wurde, konnte dieser einen gewissen Ausdruck der Verach-tung nicht verbergen und gab denen, die ihn, um ihn zu besänftigenund für den General günstiger zu stimmen, auf dessen sorgfältigaufgesteckte weiße Kokarde aufmerksam machten, die deutsche Ant-wort: »Einerlei, was das Volk für einen Zettel an-steckt! Hundsfott bleibt Hundsfott!«

Groß war der Menfchenverlust in dieser Schlacht, und mochteauf jeder Seite wohl an 10,000 Menschen betragen. Buonaparteachtete den seinigen nicht; ihm war die Ehre geworden, seinen ärg-sten Feind besiegt zu haben. In diesem Taumel der Freude hielter das preußische Heer für aufgelost und unfähig, ihm schädlich zuwerden. Deshalb gab er den Generalen Grouchy und Vandammeden Befehl, die Armeetrümmern eifrig zu verfolgen und sie überLüttich und den Rhein zu treiben. Er selbst nahm 8V,WO Mannder besten Soldaten und ging damit auf Wellington's Heer loS,das sich, 50,000 Mann stark, in die feste Stellung bei Waterloovor Brüssel zurückgezogen hatte. Hier wollte der englische Ober-feldherr eine Schlacht annehmen, wenn ihn Blücher mit zwei Di-visionen unterstützen könnte. Dieser antwortete: »Ich werdemit der ganzen Armee kommen, und greift uns Buo-naparte nicht an, so werde ich ihn angreifen.«

34. Schlacht bei Belle Alliance.

An dem denkwürdigen 18. Juni, dem Tage der Schlacht beiWaterloo oder Belle Alliance, brachen mit Tagesanbruch die Gra-fen Kleist und Bülow mit der zweiten und vierten Heerabtheilungauf, um dem Feind in den Rücken zu kommen, General Ziethenaber mit der ersten Abtheilung, um ihm in die rechte Seite zu fal-len. Mit der ersten Morgendämmerung standen bei Wavre dieHeerscharen Blücher's schon fast marschfertig; er selbst, der wegender Folgen seines Sturzes den größten Theil des vorigen Tageshatte im Bette zubringen müssen und noch keinesweges hergestelltwar, stand auf und ließ sich ankleiden, um versprochener Maßenseine Truppen zur Unterstützung Wellington's gegen den Feind zuführen. Der Wundarzt wollte ihn zuvor noch einmal einreiben.»Ach was, noch erst schmieren!« brummte der Greis: »laßtnur sein! ob ich heute balsamirt oder unbalsamirtin die andere Welt gehe, das wird wohl auf Einsherauskommen!« Als er aus seiner Wohnung trat und wahr-nahm, wie stark es geregnet hatte und wie der Himmel noch immer