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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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Thielemann's Heerabiheilung heftig angegriffen worden, und hattesich nur mit großer Anstrengung auf ihrer Stelle behaupten kön-nen. Mit jedem Augenblick vergrößerte sich die Gefahr, da dieversprochenen 20,000 Mann von Wellingtons Heer gar nicht, undBülow's Heerabtheilung, von den schlechten Wegen aufgehalten,nur in der Nacht ankommen konnten. Es war acht Uhr Abendsund immer ungestümer wurden die feindlichen Angriffs. Der Bergan der Windmühle von Boie, auf welchem Blücher zu Pferde hielt,wurde mit zwölfpfündigem Geschütz beschossen, das mehre Personenum den Feldmarschall tödtete und dicht hinter ihm dem EnglanderHarding die Hand abriß. In dieser großen Lebensgefahr blieb deralte Greis ruhig und theilte kaltblütig seine Befehle aus. Als aberdichte Haufen alter Garden das Dorf Ligny bestürmten, zuletzt diePreußen hinauswarfen und französische schwere Reiterei mit demGeschrei: Vive I'Kmpureui! angesprengt kamen, um einzuhauen,da erwachte Blücher's Feuereifer. »Zu Pferde! zu Pferde!« riefer, und mit vier Regimentern leichter Reiterei warf er sich der fran-zösischen entgegen. Natürlich konnte er diese nicht überreiten, aberer beschäftigte sie doch so lange, bis sich das Fußvolk in Viereckegeordnet hatte und nun Widerstand leistete. Da wurden endlichdie preußischen leichten Reiter geworfen. In diesem Getümmelerhielt Blücher's Pferd einen Schuß. Er stieß auf eine Colonnefranzösischer Cuicafsiere, welche ihn mit einer Salve aus ihren Ka-rabinern empfingen, wodurch sein Pferd tödtlich, das seines Adju-tanten, des Grafen von Nostitz, durch den Hals verwundet wurde.Der Angriff der preußischen Reiterei mißlang, der Feldmarfchallwar zum Rückzüge genöthigt, eine feindliche Äbtheilung folgte hin-terher. Bei diesem Zurückreiten machte Nostitz den Fürsten dar-auf aufmerksam: daß sein Pferd dicht hinter dem Sattelgurte starkblute, und bat, so sehr wie möglich, zu eilen, um seine Person inSicherheit zu bringen. Der Fürst, diesen Vorstellungen Gehörgebend, hatte bereits einen Vorfprung vor dem Feinde gewonnen,als er an den convulsivifchen Bewegungen feines Pferdes merkte,daß es im Verenden fei. Er hatte nur noch so viel Zeit, zusagen:»Nostitz, ich bin verloren!« als das Pferd auch schon niederstürzte.Nostitz sprang sogleich vom Pferde, entschlossen, den betäubten Feld-herrn zu vertheidigen oder fein Schicksal zu theilen. Bald daraufsprengten mehre feindliche Cuirassiere so dicht vorbei, daß sie dasetwas seitwärts stehende Pferd des Adjutanten berührten. DieEuirassisre wagten aber nicht, abzusteigen und die Verwundeten zuplündern, denn das Gefecht war noch nicht beendet, und ein rasches