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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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»Drauf! Drauf!« Der Soldat kehrte sein Gewehr um undschlug mit der Kolbe unter die Franzosen. Nach zehn Minutenwar das eine Viereck zu Boden geschlagen und in eine Pyramideverwandelt. Das andere Viereck und die Feuerschlünde eiltenschnell vom Kampfplatz.

Jetzt wurde das Treffen allgemein. Das Porksche Corpsgriff mit 34 Kanonen an. Die Feinde antworteten lebhaft.Blücher ritt an die einzelnen Colvnnen der Preußen und ermahntesie zur Tapferkeit. »Kinder, Heu te gilt's! Ihr sollt bewei-sen, ob Ihr Euren König und Euer Vaterland liebt!Seht dort den Feind! Auf, zeigt Euch wie wackerePreußen!« ^ »Es lebe der König!« war die Antwort, undvorwärts ging das Fußvolk; der Kanonendonner ermattete, dieReiterei hieb ein. Aber auch die französischen Reiter griffen an,warfen einen Theil der preußischen Reiterei und eroberten mehreKanonen. Da wankte der preußische Angriff. Sogleich sprengteGneisenau mit frischen Kriegern an und machte einen neuen Sei-tenangriff. Und nun stürmte Alles, unter stetem Rufe: »Vor-wärts! Vorwärts! Hurrah! Hurrah!« wieder vor, und in einerViertelstunde war die Mitte der feindlichen Stellung in die Fluchtgeschlagen. Bald wichen auch die Flügel und die Flucht ward all-gemein. Kosacken griffen die reitende Artillerie an, stießen mit denLanzen die Soldaten vom Pferde und eroberten Kanonen. Einlautes Jubelgeschrci erhob sich, als sich die Schlacht zum Siegeneigte. Kam Blücher an eine Kolonne geritten, so schrie Alles:»Höre, Vater Blücher! heute geht es gut!« und rascher ging esdann auf den Feind los, der mit wilder Eile auf die Katzbach zu-rannte. Dieser Bach war durch den heftigen Regen zum reißen-den Strome geworden und hatte die meisten Brücken abgeworfen.Von seinen steilen Ufern stürzten die Franzosen, welche die Brü-cken nicht mehr erreichen konnten, in die Fluchen und ertranken.

Am 2. September im Bivouak zwischen Naumburg undGörlitz, beim Dorfe Kielingswalde, erließ der General von Blü-cher an seine Armee folgende Proclamation:

»Schlesien ist vom Feinde befreit. Eurer Tapferkeit, braveSoldaten der russischen und preußischen Armee unter meinem Be-fehl, Eurer Anstrengung und Ausdauer, Eurer Geduld in Ertra-gung von Beschwerden und Mangel, verdanke ich das Glück, eineschöne Provinz den Händen eines gierigen Feindes entrissen zuhaben.«

»Bei der Schlacht an der Katzbach trat Euch der Feind tro-