Druckschrift 
3 (1843) Der Hirt
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

einlegen: im klebrigen dem Kaiser geben, was ihm gehört, undGott, was Gottes ist.

w) Zum Beispiel, wie Bischof Hugo von Konstanz sein Ein-kommen vermehrte durch Concubinatsteuern; Bischof Zieglcr vonChur, der mit der Nonne Agatha Mcngvld von Feldbach ei» un-züchtiges Leben führte: Bischof Sebastian von Montfaucon zu Lau-sanne, der zweimal durch Wcrrath sich der Stadt bemächtigen wollteund ein Leben voll Ausgelassenheit führte, :c.

Zu Seite KS: Bacchant. So hieße» die altern Schüler, dieim Mittelalter in großen Scharen eine Art Nomadenleben führ-ten. Hottinzer, in seiner Darstellung des Lebens von HuldreichZwingli für das Volk, erzählt uns Folgendes über das Leben dieserfahrenden Schüler.Bei allem dem herrschte unter der Mehrzahlder männlichen Schuljugend ein wilder, ungebundener Geist, Folge desleichtsinnigen Umherschwärmcns der Schüler von einer Stadt zurandern. Als Vorwand dazu machten sie das Bedürfniß gelten,geschickte Lehrer aufzusuchen. Vielen aber war es nur um ein Le-ben voll Abenteuer und Müssiigang zu rhu». Den Ton gaben diestärksten und ältesten an, Bursche von zwanzig, auch mehreren Jah-ren, denen demnach jede Vorbildung abging. Durch das Versprechen,dieselben kostfrei mitzunehmen, lockten sie die kleinern Knaben an sich,die aber, sobald sie die vaterländischen Grenze» verlassen hatten,ihre Diencx werden und Geld oder Lebensmittel für sie erbettelnoder zusammcnstchlen mußten, :c. Bisweilen trafen sich etlicheTaufende solcher fahrender Schüler in einer Stadt zusammen, diealle von Allmosen lebten. Die jünger», Schützen genannt, brachtenim Winter die Nacht in den Schulzimmern zu, die altern (Bac-chanten) in kleinen, besonders dazu bestimmten Kammern. ImSommer trugen sie auf den Kirchhöfen zu ihrem Lager Gras zusam-men- Wehe den Hühnern, den Gänsen, den Fruchtbäumen, >voeine solche Schar vorüberzog! zc." Thomas Platter, aus Wallisgebürtig, später Professor an der Universität in Basel, zog alsneunjähriger Knabe mit einem altern fahrenden Schüler in Deutsch-land umher bis zur Grenze von Polen und erzählt seine Schüler-abenteucr in einer eigenhändigen Selbstbiographie

Der Untergang der heiligen Stadt durch Titus (7l> n.Ch.) wird stets in Bezug gesetzt mit jenem Ausspruche der Judenbei der Kreuzigung Christi:Sein Blut komme über uns undunsere Kinder!" und wird als ein Gericht angesehen, das Christusüber das seiner Bestimmung untreu gewordene Volk hielt. Nachder Auffassung der alten Kirchenlehrer wird die Wiederkunft Christials eine dreifache angenommen: 1. ist Christus zum Gerichte überdas jüdische Volk gekommen. 2. kommt er zu Jedem in der To-desstunde: 3. kommt er am Ende der Tage zur Abhaltung desallgemeinen Gerichtes.