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von St. Gallen. Obgleich er Arzt war und durch seine Anmerkungenzum zweiten Buche des Plinius und seine Schrift über die Eigen-thümlichkeit des helvetischen Bodens die vaterländische Mitwelt aufdie Bahn gründlicher Naturkunde leitete, so befand er sich doch be-haglicher auf dem Gebiete der Sprachkunde und der Theologie. Von
Bänden, welche die Grundlage der St. Gallischen Bürgerbi-bliothck wurden, gehöre» nur 31 der Naturkunde, 51 der Arznei-wissenschaft; die meiste» sind theologischen, historischen und prakti-schen Inhalts.
5) Durch Zwingli wurde Ceporin zum Professor der hebräischenund griechischen Sprache nach Zürich berufen, und von diesem wurdeer auch in die Kenntnisse der hebräischen Sprache eingeführt.
2) Gcneralvicar Faber, welcher bei der ersten Disputation inZürich zugegen war, aber in vornehmer Unwissenheit sich nicht ineine Widerlegung der zwinglinischen Sätze einlassen wollte, sondernnach Art geistlicher Dummköpfe in breiter Geschwätzigkeit von obenherab rathen und zurechtweisen wollte. Er wurde zum Gespött,und der Rath faßte jenen ewig denkwürdigen Beschluß: „Meister„Huldreich Zwingli wolle fortfahren,» wie bisher, das Evangelium„zu verkündigen: auch alle Lcutpricstcr und übrigen Geistlichen zu„Stadt und Land sollen nichts Anderes predigen, als was sie mit„ der heiligen Schrift erweisen mögen. "
6) Phalaris, ei» grausamer Tyrann zu Agrigent, ließ durchPerillus, einen Künstler in Metallarbeiten, einen Ochsen aus Erzoder Bronze verfertigen, um darin Missethäter durch untergelegtesFeuer zu tödten. Der Künstler mußte zur Probe zuerst hinein-kriechen und also sterben.
?) Unter dem Münzenmindcrn ist wahrscheinlich das Herab-setzen des Werthes der Scheidemünzen zu verstehen. Bekanntlichwar und ist dieses stets ein Hauptkniff schlechter Regierungen ge-wesen, daß sie schlechte Münzen prägen ließen, und später sie inihrem Werth herabsetzten, und das Volk zum Besten der Rcgie-rungskasse prellten. In der Schweiz war das Herabsetzen der Schei-demünze in ihrem Wcrthe die vorzüglichste Ursache des Bauernkrieges,der im Jahr 1653 in Bern und Luzern sich erhob.
8) Die Politik von Julius II. und Leo X. war die Haupt-ursache der italienischen Kriege (in der Schweizcrgcschichte Thailän-dische Feldzüge genannrj, worin Schweizer, Teutsche, Franzosen,Spanier und Jtaliäner Oberitalien vorzüglich zu einem großenSchlacht- und Leichenfelde machten.
9) Die Volkstribunen und obersten Zunftmeister als Stellver-treter des Volkes gegen gewaltthätige Ucbergriffe der Aristokratiebezeichnen im Bilde sehr schön die Stellung, welche der Geistlicheim bürgerlichen Vereine einnehmen soll. Wo Willkühr statt Recht,Gewaltrhat statt Billigkeit ihren Thron aufschlagen will, soll derGeistliche das „Veto" im Namen Gottes, dessen Diener er ist,