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3 (1843) Der Hirt
Entstehung
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gefangen zu nehmen. Das Christenvvlk hat niefrommer und unschuldiger gelebt, als da daseinfache Wort Gottes durch keiucn mensch-lichen Zusatz noch Zwang verunstaltet undgebunden war.

So kommen sie zuerst mit den Worten, damit sieden Einfältigen ein Trugbild machen. Und dennoch istes ein Gottesdank, daß sie so anheben. Sie haben nundermalen drei oder vier Mandate ausgehen lassen, indenen sie vor Allem vergessen haben, zu empfehlen, daßman daS Wort mit allem Ernste predigen solle. Undnun kommen sie erst Hintennach, wie jener den Nach-barn einlud: Gcvater Hans, komm vorher auch! Wirwollen, sprechen sie, nicht desto weniger, daß man dasEvangelium predige. Jetzt ist es um so viel besser ge-worden, daß sie zuerst empfehlen, das Evangelium zupredigen, und kommen erst hernach mit der Bedingung:doch nach der Auslegung der Väter und dem gemeinenVerständnisse der Gläubigen. Wie ist unserem HerrenGott so gut ergangen, daß Väter gekommen sind; manhätte ihm sonst nicht zugegeben, daß sein Wort gepre-digct würde! Denn gesetzt, es hätte kein Vater jemalsdas Wort Gottes durch Schriften erklärt, würden siees predigen lassen oder nicht? Kann es nun ohne dieVäter richtiger, lauterer oder klarer geprcdigct werden,warum binden sie es an die Väter, da doch ihre eige-nen Rechte 8 und 9 stistincticm bestimmen, daß die Väterdem Worte Gottes, und nicht das Wort Gottes denVätern weichen solle? Woher aber das Vcrständniß des