Druckschrift 
3 (1843) Der Hirt
Entstehung
Seite
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Ort noch Bedürsniß, davon zit reden. Darum beklagensich die Päpstler, indem sie über die Zerrüttung derKirche jammern, nur über ihren Verlust; denn je mehrMenschen zu dem wahren Glauben sich bekehren, destogroßer wird die Kirche, und wenn auch kein Papst undhoher Bischof auf Erden wäre. So hat es aber eineschone Gestalt, gleich als ob ihnen um die Schafe zuthun wäre; und doch liegt ihnen nur die Wolle unddas Scheeren am Herzen: denn sonst sollten sie wohlwissen, daß die Kirche Gottes, oder die Schafe Gottes,oder das Volk Gottes, wie du es nennen willst, durchkeine andere Weide als durch das Wort Gottes genäh-ret werden kann. Und wenn dieses allenthalben reichlichvorgetragen wird, sollten sie nicht klagen, wie Zerrüt-tung entstünde, sondern frohlocken, daß die Weide desgöttlichen Wortes allenthalben so trefflich wachse. EsHilst auch nicht, daß sie reden: Ja, wenn man es vor-trüge nach der Väter Meinung. Denn Ehristus hatdieses Wort: „Der Mensch lebt von einem jeglichen„Worte, das ans dem Munde Gottes geht" lMatth.IV. 4) nicht von dem Urtheile und Auslegung der Vä-ter abhängig gemacht, sondern er redet von dem Worte,das aus seinem Munde geht. Auch von Deut. VIII. 3gilt dieses. Kurz, damit es jeder Christ verstehe: Wieist es um den Glauben der Christen gestandenoder wie hat man geprediget, ehe daß Keinerda war, die man Väter nennt? Wie habendie heiligen Apostel das Wort Gottes gepre-dig et? Also findet sich, daß sie mit den Vätern unsnur einschrecken wollen, um das Wort Gottes durch sie