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und da ihn Niemand bestrafet, tritt er zu ihm, undspricht: „Es ist nicht recht, daß du deines Bruders„Weib bei dir hast;" was bei Herodes der Fall war.Sofort wurde er ins Gefänglich gelegt und getvdtet,Mark. VI. 18. Aus diesem wird erlernet, daß der Hirtimmerdar alles gottlose Wesen angreifen und demselbenwehren muß, und zwar soll er ohne Ausnahme gegenFürsten, Volk und Pfaffen sich erheben, und dieses vonStund an, wann Gott ihn heißt, und sich weder durchGroße, Stärke, Menge, noch keinerlei Schreckmittel ein-schüchtern lassen; auch soll er nicht nachlassen, bis siebekehrt werden. Wie auch Jeremias, I. 18, 10, undIV. 19, 20, spricht: „Sie sollen zu dir bekehrt werden,„ und nicht du zu ihnen; und ich will dich dem Volke zu„einer starken ehernen Mauer geben, und sie werden„wider dich streiten, aber dich nicht überwinden: denn„ich bin mit dir."
Und wie bei den Spartanern Ephoren, bei denRömern Volkstribunen gewesen, in vielen deutschen Städ-ten oberste Zunftmeisters, um dem Haupte, wenn eszu viel Gewalt brauchte, einzureden; so hat auch Gottunter seinem Volke Amtleute, die Hirten, daß sie zu al-ler Zeit wachen; denn so will es Gott haben, daßNiemand so über Alles erhoben sei, daß man ihm seineMissethat nicht vorhalten dürfte; und wenn die Gewalt,der es zustünde, solches aus Falschheit oder Furcht nichtwagt, so soll der Prophet doch nimmer schlafen. Hilftdie rechtmäßige Gewalt mit, so kann man die Laster mirdesto größerem Frieden verdrängen; hilft sie aber nichtmit, soll der Hirt sein Leben daran setzen, und keine