Druckschrift 
2 (1843) Christliche Einleitung
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

stehen, sich von allen Zinsschuldcn und Handänderuugs-gebühren und Zehnten (denn diese sind in einen gesetz-mäßigen Gang gekommen, so nämlich, daß ein Jederden Boden, den er verzehntel, um so viel der Zehntebeträgt, wohlfeiler gekauft hat. Doch muß auch hierder Mißbrauch abgeschafft werden, wenn nicht Alles zuGrunde gehen soll) und anderen redlichen Schulden ent-ziehen wollen: diese Alle verfehlen sich gegen das Ge-bot:Du sollst nicht stehlen." Sie sind auch vielschlimmere Diebe als die anderen, weil sie Christumzum Deckmantel ihres Diebstahls machen. Sofern esdazu kommen sollte, daß mau unter den Christen einemFrommen nicht das Seinige geben sollte und man dabeiauch der Obrigkeit den Gehorsam versagte: so wärees besser und vorthcilhafter, bei den Türken zu wohnenals bei einem solchen Volke. Man kann Gott keinegrößere Lästerung anthun, als indem man solche Schalk-heit durch seinen Namen beschirmen will. Es soll aberauch jede Obrigkeit wohl Acht haben, daß sie ungerechteZinsen, Wucher und Uebcrvortheilungen verhindere;denn Gott hat ihnen nicht das Schwert in die Handgegeben, daß sie es zu ihrem Vorthcile gebrauchen, son-dern daß sie damit die Bösen bestrafen und die Gutenbeschirmen! Sonst würde Gott leicht Mittel finden, umihre Gewalt zu vernichten, wie er auch der PfaffenGewalt vernichtet. An diesen Pfaffen versündigen sichauch jene Frevler; denn kein Mensch darf von sich ausJemanden verdammen, zu Grunde richten oder todtschlagen; denn dieses ist Alles unchristlich. Man sollihre Angelegenheiten also behandeln: ihnen ihre Jrrthü-