Druckschrift 
2 (1843) Christliche Einleitung
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

9

ist offenbar, daß das Gesetz nicht von uns herstammenkann. Dieses Alles beweist, daß das Gesetz, wel-ches die wahre innere Frömmigkeit lehrt, allein aus demgöttlichen Willen fließen muß.

Wenn wir aber auch das Gesetz haben, so sind wirdarum nicht gerecht; denn nicht die das Gesetz hören,werden für Fromme erkannt, sondern die das Gesetzthun. Wozu ist denn das Gesetz gut? Antwort, Rom.III. 2V:Daß man die Sünde erkenne durch das Ge- setz-" Ich will es dir durch ein Beispiel klar machen,Du sollst nicht begehren weder deines Nächsten Gut,noch deines Nächsten Weib! zeigt dir ohne Zweifel an:daß, wenn du diese Dinge begehren würdest, du als-dann sündigtest. Und doch wäre nach deinem Dafür-halten die Begierde nicht Sünde: denn du meinst, wenndu dich nur vor der That hütest, so habest du nicht ge-sündiget. Sieh' da den Schalk! Wir sind nur in Be-zug auf die äußere That fromm; das Herz aber kannschon ein Ehebrecher, ein Dieb, ein Wucherer oder einRäuber geworden sein. Denn dürften wir, so thätenwir es. Nun ist unser Gott nicht blind: er durchschautdie Herzen der Menschen; findet er Begierde oder einenbösen Anschlag darin, so ist der Mensch vor ihm schonder Sünde verfallen. Es ist uns dagegen nicht möglich,daß wir ohne Lust und Begierde seien, alldieweil wirin der Hütte Adams wohnen; denn das Fleisch gebieretfort und fort seine Früchte. Also folgt, daß wir Allean unserer Frömmigkeit verzweifeln müssen. Denn dasGesetz steht fest, läßt sich nicht stürzen, noch biegen: