damit beweisest du nichts Anderes, als, wenn du esauch thust, daß du nichts Anderes thust, als auch dieThiere, die nichts als Fleisch sind. Daran siehst du,daß du von dir selbst auch nichts als Fleisch bist, wieChristus, Johannes III. 0, redet: „Was vom Fleische„geboren wird, das ist Fleisch." Und du sinnest unddenkest nichts Anderes, als was Fleisch ist. Hier offen-bart sich klar dein Gebrechen. Wenn du vernünftig bist,so sollst du wohl merken, daß du ohne Zweifel weitetwas Anderes sinnen und vornehmen solltest, als dieunvernunftigen Thiere. Wenn du aber in deinen Be-strebungen ihnen gleich bist s Psalm XI.IX. 13: „Da„der Mensch in Ehren war, hat er es nicht verstanden,„sondern ist den unvernünftigen Thieren gleich gewor-den."), so kannst du wohl merken, daß der Fehlerirgendwie von einer Krankheit herkommen muß, die unseigentlich anliegt und angeboren ist: das ist der FallAdams. Sintemal aber unser Sinn von sich selbst dasRechte und Göttliche nicht erkennt, so hat uns Gottdas Gesetz geoffcnbaret, in welchem wir sehen, wasRecht oder Unrecht ist. Wie Paulus auch spricht, Rom.VII. 7: „Die Sünde erkannte ich nicht, ohne durch das„Gesetz. Denn ich wußte nicht, daß die Begierde Sünde„wäre, wo das Gesetz nicht gesagt hätte: du sollst nicht„begehren." Damit aber diese Meinung klarer werde,thut es Roth, daß wir auch von dem Gesetze reden.
Das Gesetz ist nichts Anderes als eine Offenba-rung des Willens Gottes. Wie nun der Wille Gottesewig ist, so ist auch das Gesetz ewig. Also reden wir hier