gebierer, und wir nichts anders als Fleisch sind : sofolget, daß wir von Natur her nichts Gutes und Rech-tes vermögen, so wenig als Adam; sondern daß all'unsere Neigung zum Bösen hin gerichtet ist, wie Gottselbst am vorigen Orte redet: „Alle Gedanken des Her-fens waren zum Bösen hin gerichtet alle Zeit." Undbernach, Genesis VIII. 2!, spricht er: „Das Dichten„des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf."Ist es nun böse von Jugend auf, so muß es durch Erb-schaft von Adamen herkommen. Und das ist die rechteErbsünde, der Fall, das Uebertreten, die Ohnmacht,der Verlust Gottes, die Fehlerhaftigkeit, die Sündeoder wie Du sie nennen willst. Also ist klar, wie wirvon Natur alle insgesammt Kinder des Zornes sind,Eph. II. 3; auch wie wir Alle insgesammt gesündigethaben, Röm. kll. 12; auch wie wir Alle zu nichtsGutem taugen, und Keiner Gutes wirkt, Psalm XIV.1. Denn wir sind von Natur her alle Adams Söhneund gehören zur Partei der Uebertreter und es vermagKeiner seiner Natur halber etwas Gutes oder Versöh-nendes zu thun, weder für sich noch für Andere: dennwir sind Alle Schuldige.
Zum andern Male können wir der Sünde, das istder Fehlerhaftigkeit, der Ohnmacht:c. in uns inne wer-den : denn wir empfinden an uns selbst, daß sie in unswohnet. So lange wir in dem Leibe wohnen, gebieretdie angeerbte Fehlerhaftigkeit fort und fort böse Frucht.Nun ist die Fehlerhaftigkeit und der Fall aus unordent-licher Begierde entstanden; nämlich indem Adam auchselbst wissen und groß, ja Gott gleich werden wollte.