— 26 —
verherrlicht in dem Sagenkreis des König Arthus,worin die süßeste Galanterie, die ansgebildctstcCourtoisie und die abenteuerlichste Kampflust herrscht.Aus den süß närrischen Arabesken und phantasti-schen Blumengcbilden dieser Gedichte grüßen unsder köstliche Jwain, der vortreffliche Lanzelot vomSee, und der tapfere, galante, honette, aber etwaslangweilige Wigalois. Neben diesem Sagenkreissehen wir den damit verwandten und verwebtenSagenkreis vom „heiligen Gral", worin das geist-liche Rittcrthum verherrlicht wird, und da tretenuns entgegen drei der grandiosesten Gedichte desMittelalters, der Titurel, der Parcival und derLohengrin; hier stehen wir der romantischen Poesiegleichsam persönlich gegenüber, wir schauen ihr tiefhinein in die großen leidenden Augen, und sie um-strickt uns unversehens mit ihrem scholastischen Netz-werk und zieht uns hinab in die wahnwitzige Tiefeder mittelalterlichen Mystik. Endlich sehen wir aberauch Gedichte in jener Zeit, die dem christlichenSpiritualismus nicht unbedingt huldigen, ja worindieser sogar frondiert wird, wo der Dichter sichden Ketten der abstrakten christlichen Tugenden ent-windet und wohlgefällig sich hinabtaucht in dieGenusswelt der verherrlichten Sinnlichkeit; und esist eben nicht der schlechteste Dichter, der uns das