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nicht, ob man dabei die Konccption eines Niesenoder die Geduld eines Zwergs bewundern soll.Ottfried's Evangelieugedicht, das man als das Haupt-werk der heiligen Poesie zu rühmen Pflegt, ist langenicht so ausgezeichnet wie die erwähnten beidenDichtungen.
In der profanen Poesie finden wir, nach obi-ger Andeutung, zuerst den Sagenkreis der Nibe-lungen und des Hcldenbuchs; da herrscht noch dieganze vorchristliche Denk- und Gefühlswcise, da istdie rohe Kraft noch nicht zum Rittcrthum herab-gcmildert, da stehen noch wie Steinbilder diestarren Kämpen des Nordens, und das sanfte Lichtund der sittige Athem des Christenthums dringtnoch nicht durch die eisernen Rüstungen. Abev esdämmert allmählig in den altgermanischcn Wäldern,die alten Götzeneichcn werden gefällt, und es ent-steht ein lichter Kampfplatz, wo der Christ mit demHeiden kämpft; und Dieses sehen wir im Sagen-kreis Karl's des Großen, worin sich eigentlich dieKreuzzügc mit ihren heiligen Tendenzen abspiegeln.Nun aber, ans der christlich spiritualisiertcn Kraft,entfaltet sich die cigcnthümlichste Erscheinung desMittelalters, das Rittcrthum, das sich endlich nochsublimicrt als ein geistliches Rittcrthum. ZencS, dasweltliche Rittcrthum, sehen wir am anmuthigstcn