Hauptwerk dieser Richtung, „Tristan und Isolde,"hinterlassen hat. Ja, ich muss gestehen, Gottfriedvon Straßlmrg, der Verfasser dieses schönsten Ge-dichts des Mittelalters, ist vielleicht auch dessengrößter Dichter, und er überragt noch alle Herr-lichkeit des Wolfram von Eschilbach, den wir imParcival und in den Fragmenten des Titurcl sosehr bewundern. Es ist vielleicht jetzt erlaubt, denMeister Gottfried unbedingt zu rühmen und zupreisen. Zu seiner Zeit hat man sein Buch gewissfür gottlos und ähnliche Dichtungen, wozu schonder Lancclot gehörte, für gefährlich gehalten. Undes sind wirklich auch bedenkliche Dinge vorgefallen.Franceska da Polenta'-) und ihr schöner Freund muff-ten thcucr dafür büßen, dass sie eines Tages mit ein-ander in einem solchen Buche lasen; — die größereGefahr freilich bestand darin, dass sie plötzlich zulesen aufhörten!
Die Poesie in allen diesen Gedichten des Mit-telalters trügt einen bestimmten Charakter, wodurchsie sich von der Poesie der Griechen und Römerunterscheidet. In Betreff dieses Unterschieds nennenwir crstcre die romantische und letztere die klassische
„Franceska von Rimini" steht in den französischenAusgaben.
Der Herausgeber.