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späterhin, als Christian Wolf sich derselben bemäch-tigte, sie den Zcitbcdürfnissen anpasste, nnd sie, wasdie Hauptsache war, in deutscher Sprache vortrug.Ehe wir aber von diesem Schüler des Leibnitz, vonden Wirkungen seines Strebens und von den spä-teren Schicksalen des Lutherthums ein Weiteres be-richten, müssen wir des providentiellen Mannes er-wähnen, der gleichzeitig mit Locke und Leibnitz sichin der Schule des Dcscartes gebildet hatte, langeZeit nur mit Hohn und Hass betrachtet worden,und dennoch in unseren heutigen Tagen zur alleini-gen Gcistcrherrschaft emporsteigt.
Ich spreche von Benedikt Spinoza.
Ein großer Genius bildet sich durch einenanderen großen Genius, weniger durch Assimilieruugals durch Reibung. Ein Diamant schleift den an-dern. So hat die Philosophie des Descartes kei-neswegs die des Spinoza hervorgebracht, sondernnur befördert. Daher zunächst finden wir bei demSchüler die Methode des Meisters; Dieses ist eingroßer Gewinn. Dann finden wir bei Spinoza,wie bei Descartes, die der Mathematik abgeborgteBeweisführung. Dieses ist ein großes Gebrechen.Die mathematische Form giebt dem Spinoza einherbes Äußere. Aber dieses ist wie die herbe Schaleder Mandel; der Kern ist um so erfreulicher. Bei