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Kreuzigung u. Dgl. waren unantastbare Thatsachcn,woran nicht gemodelt werden durfte, worin aberdas dichtende Gcmüth der Menschen eine parabo-lische Bedeutung legen konnte. In diesem parabo-lischen Geist wurden nun auch alle Künste im Mit-telalter behandelt, und diese Behandlung ist roman-tisch. Daher in der Poesie des Mittelalters jenemystische Allgemeinheit; die Gestalten sind so schat-tenhaft, was sie thun, ist so unbestimmt, Alles istdarin so dämmernd, wie von wechselndem Mond-licht beleuchtet; die Idee ist in der Form nur wieein Räthscl angedeutet, und wir sehen hier eine vageForm, wie sie eben zu einer spiritnalistischen Lite-ratur geeignet war. Da ist nicht, wie bei den Grie-chen, eine sonnenklare Harmonie zwischen Form undIdee; sondern manchmal überragt die Idee die ge-gebene Form, und diese strebt verzwciflungsvoll jenezu erreichen, und wir sehen dann bizarre, abenteuer-liche Erhabenheit; manchmal ist die Form ganz derIdee über den Kopf gewachsen, ein läppisch winzigerGedanke schleppt sich einher in einer kolossalen Form,und wir sehen groteske Farce; fast immer sehenwir Unförmlichkcit.
3. Der allgemeine Charakter jener Literaturwar, dass sich in allen Produkten derselben jenerfeste, sichere Glaube kundgab, der damals in allen