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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
286
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Während Laurencc Dieses sprach, langsam undwie fragend, stand sie vor mir am Kamine, worindas Feuer immer angenehmer loderte, und ich saßin dem Lehnsessel, welcher wahrscheinlich der Sitzihres Gatten, wenn er des Abends vor Schlafen-gehn seine Schlachten erzählte. Laurence sah michan mit ihren großen Augen, als frügc sie mich umRath; sie wiegte ihren Kopf so wehmüthig sinnend;sie flößte mir ein fo edles, süßes Mitleid ein; siewar so schlank, so jung, so schön, diese Lilje, dieaus dem Grabe gewachsen, diese Tochter des Todes,dieses Gespenst mit dem Gesichte eines Engels unddem Leibe einer Bajadere! Ich weiß nicht, wie eskam, es war vielleicht die Influenz des Sessels,worauf ich saß, aber mir ward plötzlich zu Sinuc,als sei ich der alte General, der gestern auf dieserStelle die Schlacht bei Jena geschildert, als müsseich fortfahren in meiner Erzählung, und ich sprach:Nach der Schlacht bei Jena ergaben sich binnenwenigen Wochen, fast ohne Schwertstreich, alle preu-ßischen Festungen. Zuerst ergab sich Magdeburg;es war die stärkste Festung, und sie hatte dreihun-dert Kanonen. Ist Das nicht schmählich?

Mademoisclle Laurence ließ mich aber nichtweiter reden, alle trübe Stimmung war von ihremschönen Antlitz verflogen, sie lachte wie ein Kind