Solche Fragen kreuzten sich in unserem Kopfe,während Paganini seine unaufhörlichen Kompli-mente schnitt; aber alle dergleichen Gedanken muss-tcn stracks verstummen, als der wunderbare Meisterseine Violine ans Kinn setzte und zu spielen begann.WaS mich betrifft, so kennen Sic ja mein musika-lisches zweites Gesicht, meine Bcgabnis, bei jedemTone, den ich erklingen höre, auch die adäquateKlangfigur zu sehen; und so kam es, dass mirPaganini mit jedem Striche seines Vogens auchsichtbare Gestalten und Situationen vor die Augenbrachte, dass er mir in tönender Bilderschrift allerleigrelle Geschichten erzählte, dass er vor mir gleich-sam ein farbiges Schattenspiel hingaukcln ließ,worin er selber immer mit seinem Violinspicl alsdie Hauptperson agierte. Schon bei seinem erstenBogenstrich hatten sich die Koulissen um ihn herverändert; er stand mit seinem Musikpult Plötzlichin einem heitern Zimmer, welches lustig unordent-lich dekoriert mit verschnörkelten Möbeln im Pom-padonrgcschmack: überall kleine Spiegel, vergoldeteAmoretten, chinesisches Porzellan, ein allerliebstesChaos von Bändern, Blnmenguirlandcn, weißenHandschuhen, zerrissenen Blonden, falschen Perlen,Diademen vvn Goldblech und sonstigem Göttcr-flittcrkram, wie man Dergleichen im Studierzimmer
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