Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

Kleinen war leidend blast, und in dem Blick, dener mir zuwarf, lag so viel Wehmuth, Güte undElend, dast ich davon bis in die Tiefe meiner Seelegerührt wurde. Der Arzt hatte ihn eben verlassenund seine Wunde für bedenklich erklärt. Van Moeu-lcn, der allein dort geblieben, um die Nacht beiihm zu wachen, saß vor seinem Bette und las ihmvor aus der Bibel.

Schnabelewopski, seufzte der Kleine, es ist gut,dast du kommst. Kannst zuhören und es wird dirWohlthun. Das ist ein liebes Buch. Meine Vor-fahren haben es in der ganzen Welt mit sich her-umgetragen, und gar viel Kummer und Unglückund Schimpf und Hast dafür erduldet, oder sichgar dafür todtschlagen lassen. Jedes Blatt darinhat Thränen und Blut gekostet/es ist das aufge-schriebene Vaterland der Kinder Gottes, es ist dasheilige Erbe Jehovah's

Rede nicht zu Viel, rief Van Moeulen, esbekömmt dir schlecht.

Und gar, setzte ich hinzu, rede nicht von Je-hovah, dem undankbarsten der Götter, für dessenExistenz du dich heute geschlagen

O Gott! seufzte der Kleine, und Thränenfielen aus seinen Augen O Gott, du hilfstunseren Feinden!