Nachdem ich in Holland so viele Bilder vonJan Stcen gesehen, ist mir, als kennte ich dasganze Leben des Mannes. Ja, ich kenne seine sämmt-liche Sippschaft, seine Frau, seine Kinder, seineMutter, alle seine Vettern, seine Hausfeinde undsonstige Angehörigen, ja, ich kenne sie von Ange-sicht zu Angesicht. Grüßen uns doch diese Gesichteraus allen seinen Gemälden hervor, und eine Samm-lung derselben wäre eine Biographie des Malers.Er hat oft mit einem einzigen Pinsclstrich dietiefsten Geheimnisse seiner Seele darin eingezeichnet.So glaube ich, seine Frau hat ihm allzu oft Vor-würfe gemacht über sein vieles Trinken. Denn aufdem Gemälde, welches das Bohnenfest vorstellt,und wo Jan mit seiner ganzen Familie zu Tischesitzt, da sehen wir seine Frau mit einem gar gro-ßen Weinkrug in der Hand, und ihre Augen leuch-ten wie die einer Bacchantin. Ich bin aber über-zeugt, die gute Frau hat nie zuviel Wein genossen,und der Schalk hat uns weiß machen wollen, nichter, sondern seine Frau liebe den Trunk. Desshalblacht er desto vergnügter aus dem Bilde hervor.Er ist glücklich: er sitzt in der Mitte der Seinigcn;sein Söhnchen ist Bohnenkönig und steht mit derKrone von Flittergold auf einem Stuhle; seinealte Mutter, in ihren GcsichtSfalten das seligste
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