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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
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„Ja, schöne Sara" —- sagte der Rabbi zuseiner Frau, heiter lächelnd — „Das ist hier dieweltberühmte freie Reichs- und Handelsstadt Frank-furt am Main, und Das ist eben der Mainfluss,worauf wir jetzt fahren. Da drüben die lachen-den Häuser, umgeben von grünen Hügeln, Dasist das Sachscnhauscn, woher uns der lahme Gum-pertz zur Zeit des Laubcrhttttcnfcstcs die schönenMyrrhen holt. Hier siehst du auch die starke Main-brückc mit ihren dreizehn Bögen, und gar vielVolk, Wagen und Pferde, geht sicher darttberhin,und in der Mitte steht das Häuschen, wovon dieMühmele Täubchen erzählt hat, dass ein getaufterJude darin wohnt, der Jedem, der ihm eine todteRatte bringt, sechs Heller auszahlt für Rechnungder jüdischen Gemeinde, die dein Stadtrathe jähr-lich fünftausend Ratteuschwänze abliefern soll!"

Über diesen Krieg, den die Frankfurter Indenmit den Ratten zu führen haben, muffte die schöneSara laut lachen; das klare Sonnenlicht und dieneue bunte Welt, die vor ihr auftauchte, hattealles Grauen und Entsetzen der vorigen Nacht ausihrer Seele verscheucht, und als sie aus dem lan-denden Kahne von ihrem Manne und dem stummenWilhelm aufs Ufer gehoben worden, fühlte sie sichwie durchdrungen von freudiger Sicherheit. Der