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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
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Hause allein in ihrer Kammer eines Samstag-abends, der Mond scheint hell durchs Fenster, unddie Thür fliegt auf, und hastig stürmt herein ihrVetter Abraham, in Rciscklcidern und blass wieder Tod, und ergreift ihre Hand, steckt einen gold-ncn Ring an ihren Finger und spricht feierlich:„Ich nehme dich hiermit zu meinen Weibe, nachden Gesetzen von Moses und Israel!" „Jetzt aber"

— setzt er bebend hinzu — „jetzt muss ich fortnach Spanien. Lebewohl, sieben Jahre sollst duauf mich warten!" Und er stürzt fort, und wei-nend erzählt die schöne Sara das Alles ihremVater . . . Der tobt und wüthet: „Schneid abdein Haar, denn du bist ein vcrheirathetcS Weib!"

— und er will dem Abraham nachreiten, um einenScheidcbrics von ihm zu erzwingen; — aber Derist schon über alle Berge, der Vater kehrt schwei-gend nach Haus zurück, und wie die schöne Saraihm die Reitstiefeln ausziehen hilft und besänftigendäußert, dass der Abraham nach sieben Jahren zurück-kehre, da flucht der Vater: „Sieben Jahr' solltihr betteln gehn!" und bald stirbt er.

So zogen der schönen Sara die alten Ge-schichten durch den Sinn, wie ein hastiges Schatten-spiel; die Bilder vermischten sich auch wunderlich,und zwischendurch schauten halb bekannte, halb